Auf der Suche nach dem roten Faden

Chantal Stannik

Eine Presseschau zum Thema „Der Eiserne Vorhang fällt“, die den Zeitraum von September bis Dezember 1989 in den Blick nimmt – das hat sich zu Beginn des Seminars einfach angehört. Im Team hat keiner damit gerechnet, dass es Probleme bei der Beschaffung von Quellen geben könnte. Auch nicht, dass ein Mauerfallbezug in den russischen Printmedien schwer zu finden ist.

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Anders oder Hippies?

Jakob Koppermann

Viel wütender als die Puhdys klingen Herbst in Peking. Sie gehörten zu den sogenannten anderen Bands der DDR. 1988 gegründet wurden sie im gleichen Jahr HIP mit Bagdadbahn, später schrieben sie die inoffizielle Hymne der Wende: Bakschischrepublik.

Allerdings stritt sich der Underground: Sind Herbst in Peking wirklich so anders oder sind sie: 1.: Verräter, weil sie auftreten, wenn Konzerte von Die Firma, Die Skeptiker oder Kaltfront ausfallen, oder 2.: scheiß Hippies, weil sie Bulgarische Volksmusik in ihre Musik einweben?

(https://www.youtube.com/watch?v=QGw9HiN5Jc0)

Quelle: https://www.blackmagazin.com/?p=13186

Um/Brüche in Ost- und Ostmitteleuropa als historische Jubiläen – Wie blicken wir in die Vergangenheit?

Klaas Anders

2019, das heißt 30 Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion oder auch 25 Jahre nach dem Abzug der – ehemaligen – Roten Armee aus Deutschland und Ostmitteleuropa. Dieses „Jubilieren” historischer Ereignisse scheint ein wichtiger Prozess zu sein. Zumindest so wichtig, dass auch dekoder und wir uns anlässlich dieser Jubiläen mit den historischen Ereignissen beschäftigen wollen. Aber wieso eigentlich? „Um/Brüche in Ost- und Ostmitteleuropa als historische Jubiläen – Wie blicken wir in die Vergangenheit?“ weiterlesen

Bildrecherche Teil 2: Schnell ein paar Bilder suchen? Von wegen!

Elena Weyer & Svea Mumme

Unsere Bildrecherche läuft derzeit auf Hochtouren, denn die Deadline und der damit verbundene Tag der Veröffentlichung rücken immer näher.

Wer denkt, dass es einfach sei, eine Fotostrecke zu erstellen, der irrt sich. Neben der aufwendigen Recherche, bestehend aus der Sichtung zahlreicher Bücher und anderen Bildquellen, müssen vor allem die Rechte mit den jeweiligen UrheberInnen geklärt werden.

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Es werden uns die geliebten russischen Birken empfangen

Klaas Anders

Im Sommer 1994 reden fast alle deutschen Medien von der kontroversen Verabschiedung der russischen Truppen in Berlin. Gabriele Goettle, eine Journalistin der linksliberalen Tageszeitung „taz”, stellte dies ebenfalls fest und fand es daher interessanter, sich das sogenannte „Deutsch-Russische Volksfest in Wünsdorf“ anzusehen. „Es werden uns die geliebten russischen Birken empfangen“ weiterlesen

Designfragen: Bildformate und Farbräume

Ivonne Domanski

Bilder auf Webseiten darstellen Wie mehrere Bilder auf einer Internetseite eingebunden werden können, wurde bereits im letzten Designfragen-Beitrag erläutert. Bevor die Fotografien jedoch hochgeladen werden, sollte noch einigen technischen Details Beachtung geschenkt werden. So ist das Dateiformat wie auch der Farbraum des Bildes mitentscheidend dafür, wie nah das Webbild an das Original kommt.

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Fotos vom Truppenabzug und dem Danach?

Maximilian Szadziewski

Soldaten, Gewehre, Militärkonvois und leere Kasernen – das sind die typischen Motive auf Bildern, wenn man sich die meisten Artikel von Tageszeitungen zum Truppenabzug anschaut. Obwohl Zeit vergangen ist und man rückblickend mehr nennen und zeigen könnte, bleibt es bei dem scheinbar Üblichen. Es wird meist das gezeigt, was bereits gezeigt wurde: Panzer und Soldaten. Die Ereignisse, vor allem im Jahr 1994, hatten aber vor allem Auswirkungen auf das Schicksal der Beteiligten. Ein Truppenabzug ist nicht nur ein Abzug, es ist auch eine Landung. Die sowjetischen Soldaten ziehen in ihr Heimatland ab, welches es nicht mehr gibt. Sie enden in der Ukraine und Weißrussland, wo sie dann sogar eine neue Nationalangehörigkeit zugeschrieben bekommen. Was sind Konsequenzen daraus und wie kommen die Soldaten, vielleicht sogar ihre mit abgezogenen Familienangehörigen, damit klar?

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Bildrecherche: Wie man am besten vorgeht und worauf geachtet werden muss

Elena Weyer & Svea Mumme

Bilder aus dem Internet ziehen? – Das kann jeder. Diese anschließend für die eigenen Zwecke zu verwenden, ohne vorher den/die RechtinhaberIn um Erlaubnis zu bitten, ist jedoch strikt verboten! Dennoch verstoßen täglich Millionen Menschen im Netz gegen das Urheberrecht, indem sie – ohne jegliche Zustimmung – fremde Bilder veröffentlichen und diese als ihr Eigentum ausgeben. Was darauf folgt, sind vor allem kostspielige Konsequenzen, bestehend aus Bußgeldern, Anwaltskosten sowie Gerichtskosten, die von den jeweiligen Personen getragen werden müssen.

Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit dem Thema „Bildrechte“ und gibt Aufschluss darüber, was bei einer Recherche dringend beachtet werden sollte, um nicht gegen geltende Gesetze zu verstoßen.

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DDR-Rock mit Haaren

Jakob Koppermann

Bevor sich die Mauer verabschiedet, verabschiedet sich ein wichtiger Teil der DDR-Popkultur. Die Puhdys gehen auf große Abschiedstour in beiden deutschen Staaten. Welche Helden das Land braucht, ist dabei nicht ganz klar: Sollen die Helden den Staat herausfordern oder sind sie gut, „weil sie über Jahre hinweg beständig sind“, wie ein Fan in einem Interview über die Puhdys sagt?

Quellen:

(https://www.youtube.com/watch?v=rxPyep-L_Uw)

Eine ganz besondere Männerfreundschaft?

Klaas Anders

„Die Kampagne zeigt Wirkung. Der Abschiedsplan, von den Männerfreunden Kohl und Jelzin schon vor Wochen am Telefon besprochen, steht plötzlich weit oben auf der Tagesordnung des Staatsbesuchs.“

Bei der Betrachtung des zeitgenössischen Pressespiegels um den Abzug der russischen Truppen aus der Bundesrepublik Deutschland fällt ein Narrativ immer wieder auf: die „Männerfreundschaft” oder auch „Saunafreundschaft” zwischen Russlands Präsidenten Boris Jelzin und dem deutschen Kanzler Helmut Kohl. „Eine ganz besondere Männerfreundschaft?“ weiterlesen

Ordnung und Disziplin

Jakob Koppermann

Dieser Debattenbeitrag, am 7. Februar in der Pravda abgedruckt, fällt nicht in unseren Untersuchungszeitraum, ist aber zu schön, um ihn nicht zu erwähnen:

„Ist es denn kein Fehler, die totale Demokratisierung der Gesellschaft zu verkünden und dabei die andere Seite der Medaille zu vergessen – nämlich die Lenkung der Disziplin und Ordnung im Land? Jedem, der auch nur ein klein wenig mit Theorie und Politik vertraut ist, ist klar, dass die Disziplin auch ohne Demokratie überlebt, die Demokratie jedoch ohne Disziplin undenkbar ist, weil sie sich sonst unweigerlich in ein gesellschaftspolitisches Chaos verwandelt bzw. als solches wiedergeboren wird.“

Vladimir I. Brovikov ist Mitglied des ZK der KPdSU und Botschafter in Polen. Auf einem Plenum der KPdSU zur Vorbereitung des 28. Parteitages, bei dem Gorbatschow die Eröffnungsrede hielt, protestierte er gegen angestrebte Reformen. Es wurde vorgeschlagen, die zentrale Rolle der KP für den Staat abzuschaffen, um Ideen und Kräfte der Bevölkerung freizusetzen. Brovikov allerdings scheint zu glauben, dass sich alle vor allem mal zusammenreißen müssten, um der wirtschaftlichen Misere zu entkommen. Er steht damit beispielhaft für reformunwillige Kader. Das mag allerdings auch eine Perspektive der Sieger der Geschichte sein, denn die Furcht vor Chaos durch zu weit gehende Reformen war nicht nur in der Sowjetunion verbreitet.

Quelle:

Karner, Stefan et al.: Der Kreml und die deutsche Wiedervereinigung 1990. Interne Sowjetische Analysen. Kriegsfolgen-Forschung. Veröffentlichungen des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, Sonderband 16. Berlin 2015.

Vor 30 Jahren sagte Gorbatschow das Ende der DDR voraus

Chantal Stannik

„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Dieser Satz wird in den Wochen nach dem 07. Oktober von vielen DDR- BürgerInnen aufgegriffen und als ein Beweis dafür angesehen, dass Gorbatschow auf der Seite des Volkes war und sich für Veränderungen in der DDR aussprach. Das ostdeutsche Volk verstand darunter die Zusicherung, dass die Sowjetunion die DDR nicht unterstützen würde.

Jedoch hat der sowjetische Staatspräsident in Wahrheit etwas komplett anderes gesagt.

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